Wenn der Beamer Kursverläufe an die Wand wirft

Die meisten verbinden Aktien und deren Kurse grundsätzlich mit Brokern, in feinen An-zügen. Doch das muss nicht immer sein, denn das kann auch in Poloshirt und Shorts funktionieren, wenn die Sonne hoch am Himmel steht – bspw. in einem Aktien Club.

Während andere vor dem Fernseher sitzen, zum Sport gehen, oder sich in der Kneipe die Köpfe über das letzte und bevorstehende Bundesligaspiel des Lieblingsvereins heißzureden, gibt es Menschen die in ihrem Aktienclub im Neonlicht eines nüchternden Konferenzraumes über die aktuellen Trends der Börse diskutieren. Dabei werden die Kursverläufe und Zahlenkolonnen um Weltwirtschaft, Ölpreise und Zinsen vom Beamer an die Wand geworfen. Aber es kann auch um feine Details gehen, wenn es um die charttechnische Analyse einzelner Unternehmenstitel geht.

Ministammtische und Profi-Fonds

Von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) wird geschätzt, dass in Deutschland mehrmals 7000 Aktienclubs bestehen. Allerdings weiß niemand genau, wie viele es sind, denn die Mehrzahl von ihnen ist nicht mehr als ein unverbindlicher Stammtisch. So sind die meisten der Clubs aus Freundeskreisen entstanden und leben von der Geselligkeit. In den Aktienclubs kommen unterschiedliche Expertisen zusam-men und jeder bringt sich ein.

Von diesen Clubs wird es geschafft, die deutsche Vereinsmeierei mit etwas zusammen-zubringen, was der risikoscheue Deutsche so gar nicht mag: Aktien. Was die Bandbrei-te dieser Aktienclubs angeht, so reicht diese von dem Kneipen-Stammtisch von max. 10 oder 20 Personen bis hin zu denen mit mehr als 3.000 Mitgliedern und hier wird sogar ein professioneller Investmentfonds betrieben (bspw. Itzehoer Aktienclub).

Alle Aktienkäufe und -verkäufe werden auf den Anlagesitzungen von den Mitgliedern beschlossen und dann von einem entsprechenden Broker wie bspw. CMC Markets umgesetzt. Dort werden Fonds börsengehandelt und jeder kann dort Anteile erwerben – egal ob Clubmitglied oder nicht.

Wer mit dem Traden beginnen möchte, also in einem Investmentfonds oder Aktien in-vestieren möchte, dem stellen sich viele Fragen. In einem Aktienclub wie bspw. der gemütlichen Stammtischrunde, können Fragen gestellt werden und man erhält eine ausführliche Antwort. Doch auch mit einfachen Tutorials, die von den Brokern angebo-ten werden und Musterdepots ist es möglich, das Traden zu lernen.

Der Einstieg in den Aktienhandel

Für Einsteiger gibt es zwei Möglichkeiten mit dem Aktienhandel zu starten. Zum einen ist es möglich, den heißen Tipps von Kollegen und Freunden zu folgen, doch diese Möglichkeit ist in der Regel verbranntes Geld und es gibt keine satten Rendite. Bei der zweiten Variante handelt es sich eher um einen handwerklichen Ansatz, der auch im Aktienhandel zu finden ist. Denn auch der Aktienhandel ist wie ein Beruf erlernbar, wo-bei Regeln und Börsenstrategien angewendet werden, denn bei Trading handelt es sich um eine Art Boxkampf.

So muss nicht nur die Fähigkeit der Geduld gemeistert werden, sondern es gehört auch das Lesen von Charts, das Erkennen von Kauf- oder Verkaufssignalen sowie das Um-setzen der vorher festgelegten Strategien zu einem erfolgreichen Deal. Ein jeder Trader steht also zu Beginn des Aktienhandels vor einem Lernprozess.

Wie kann dieser Lernprozess vertieft werden? Ganz einfach in der Gruppe fällt alles leichter. Warum also nicht einem Aktienclub anschließen, wo man Schritt für Schritt das Traden lernt, wo die Kurse mit dem Beamer an die Wand geworfen und erklärt, sowie diskutiert werden. Es ist möglich Fragen zu stellen und somit langsam den Markt zu verstehen. Zuhause kann das gelernte dann in die Tat umgesetzt werden, bspw. in dem in einem Musterdepot angelegt wird und die einzelnen Strategien durchprobiert werden.

Bei einem solchen Musterdepot handelt es sich um ein virtuelles Aktiendepot und stellt im Grunde das Monopoly der Börse dar. Auch viele der Aktienclubs üben und testen mit einem solchen fiktiven Depot den Aktienhandel mit Spielgeld. Womit die ausgeführten Käufe und Verkäufe nicht an der realen Börse stattfinden, sondern ausschließlich in der Spielwelt. Damit sind die Gewinne bzw. Verluste, die erzielt werden, auch nicht echt.